Bei Graffiti zählt die Zeit doppelt. Frische Farbe lässt sich deutlich leichter lösen als eingezogene, und ein beseitigtes Motiv zieht erfahrungsgemäß weniger neue nach sich als eines, das wochenlang stehen bleibt.
Farbe lässt sich nahezu immer entfernen. Die Frage ist, was dabei mit der Fläche darunter passiert. Auf glasierten Fliesen, beschichtetem Metall und Glas ist das unkritisch, auf Sichtbeton, Putz und Sandstein nicht.
Poröse mineralische Untergründe saugen das Bindemittel auf. Dann sitzt die Farbe nicht auf der Oberfläche, sondern in den ersten Millimetern. Vollständige Entfernung bedeutet dort immer auch einen geringen Materialabtrag, der als hellerer Fleck sichtbar bleiben kann.
Deshalb legen wir vor jeder Flächenarbeit eine Testfläche an einer wenig sichtbaren Stelle an und geben eine ehrliche Prognose, bevor gearbeitet wird.
| Untergrund | Aussicht | Risiko |
|---|---|---|
| Glas | sehr gut | praktisch keines |
| Beschichtetes Metall | gut | Beschichtung kann anlösen |
| Glasierte Fliese | sehr gut | Fugen können leiden |
| Sichtbeton | mittel | Schattenbild, Aufrauung |
| Putzfassade | mittel bis gering | Abtrag, hellere Stelle |
| Sandstein | gering | Materialverlust, Denkmalauflagen |
Zustand und Umfang dokumentieren, auch für eine mögliche Anzeige.
Verfahren an unauffälliger Stelle prüfen, dann Freigabe einholen.
Mit abgestimmtem Mittel und Einwirkzeit, mechanisch so wenig wie möglich.
Fläche neutralisieren, auf Wunsch anschließend prophylaktisch beschichten.
Bei wiederholt betroffenen Flächen ist eine Schutzbeschichtung meist günstiger als jede einzelne Entfernung.
Das Schattenbild ist das realistische Ergebnis auf porösen Untergründen: Der Farbauftrag ist entfernt, aber die behandelte Stelle unterscheidet sich in der Tönung vom Umfeld. Wer vollständige Unsichtbarkeit zusagt, kennt den Untergrund nicht.
Wir sagen auf porösen Untergründen kein rückstandsfreies Ergebnis zu. Ätz- und Kratzgraffiti auf Glas sind mit Reinigungsmitteln nicht entfernbar und erfordern einen Scheibentausch. Malerarbeiten, Putzausbesserungen, Steinmetzarbeiten und Arbeiten an denkmalgeschützter Substanz ohne behördliche Freigabe gehören nicht zu unserem Umfang.
So früh wie möglich. Innerhalb der ersten Tage ist der Aufwand deutlich geringer, weil das Bindemittel noch nicht vollständig in den Untergrund eingezogen ist.
Auf Glas und beschichtetem Metall in der Regel nicht. Auf Putz, Beton und Naturstein ist ein leichtes Schattenbild möglich, was wir vorher an der Testfläche zeigen.
Bei Flächen, die wiederholt betroffen sind, fast immer. Die Folgeeinsätze werden deutlich schneller und schonender.
Fassadenarbeiten und Farbentfernung werden häufig im selben Termin ausgeführt.